Die Botschaft
Die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl pflegt die diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zum Heiligen Stuhl, die 1954 wiederaufgenommen wurden. Vielfach wird die Botschaft umgangssprachlich auch als "Deutsche Botschaft beim Vatikanstaat" bezeichnet. Aber die Beziehungen zum Heilige Stuhl weisen insoweit eine Besonderheit auf, als nicht die Beziehungen zu einem Staat als einer territorialen Verbandseinheit bestehen, sondern zum Oberhaupt der katholischen Weltkirche. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass der Heilige Stuhl als traditionelles Völkerrechtssubjekt Rechtssubjektivität allein in der Person des Souveräns erlangt. Daher ist zum Beispiel auch nicht der Vatikanstaat, sondern der Heilige Stuhl Vertragspartner des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen, wenngleich beide, also auch der Vatikanstaat, als Völkerrechtssubjekt am Völkerrechtsverkehr teilnehmen können. Diese und weitere Besonderheiten prägen die Arbeit der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl und unterscheidet sie von allen anderen diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland (Mehr über die Aufgaben der Botschaft erfahren Sie hier:
Die Botschaft wird seit Oktober 2011 von Botschafter Dr. Reinhard Schweppe geleitet (Mehr über Botschafter Schweppe erfahren Sie hier). Zu den drei Abteilungen der Botschaft gehören neben der politischen Abteilung noch die Presse- und Kulturabteilung und die Verwaltungsabteilung, die für Personal und Infrastruktur der Botschaft zuständig ist. Anders als bei herkömmlichen Botschaften gehört an der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl ein beratender Geistlicher Botschaftsrat zum festen Mitarbeiterstab. Er berät den Botschafter in kirchlichen Angelegenheiten, pflegt enge Beziehungen zur Kurie und wird auf Vorschlag der deutschen Bischofskonferenz entsandt (Mehr über die einzelnen Botschaftsabteilungen erfahren Sie hier).