Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in Rom

Generaldirektorin Dr. Marinella Enoc und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)

Bundesminister Gröhe besuchte gemeinsam mit Dr. Thomas Sitte, dem Vorsitzenden der Deutschen Palliativ Stiftung, das Ospedale Pediatrico Bambin Gesù. Das größte Kinderkrankenhaus Europas ist eine traditionsreiche päpstliche Einrichtung auf extraterritorialem Gelände des Heiligen Stuhls in Rom. Besondere internationale Bekanntheit erlangte es zuletzt 2010 mit der ersten Kunstherztransplantation bei einem Kind. Über die unmittelbaren medizinischen Aufgaben vor Ort unterhält das Bambin Gesù zahlreiche Kontakte und Partnerschaften in aller Welt, wo es beim Aufbau medizinischer Strukturen im päpstlichen Auftrag hilft und unterstützt. Bundesminister Gröhe sprach mit der Generaldirektorin Dr. Mariella Enoc und dem Medizinischen Direktor Massimiliano Raponi vor allem über die Palliativ- und Hospizversorgung von Kindern und Jugendlichen und die medizinische Versorgung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Rom. Danach wurden ausgesuchte Stationen des Krankenhauses besucht.

Im Mittelpunkt der Begegnung des Bundeministers mit dem neuen Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, stand die Frage nach dem verbindenen Wertefundament in modernen, pluralen Gesellschaften. Der Präsident erläuterte seine Pläne für das künftige Akademieprogramm, das einem umfassenden Schutz des Lebens in allen Phasen dienen solle; der Bundesminister erläuterte, wie schon am Vorabend in der Gregoriana, die Debatte in Deutschland, die zu einem Verbot der organisierten Strebehilfe und dem Ausbau der Palliativmedizin geführt hat. Er lud Erzbischof Paglia zu einem Besuch nach Berlin ein.

Botschafterin Schavan, Erzbischof Paglia und Bundesgesundheitsminister Gröhe Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)
Botschafterin Schavan, Kardinal Tauran und Bundesgesundheitsminister Gröhe Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)

Der Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran sagte, Dialoge zwischen Politik und Religion müssten deutlich machen, wie Religion nicht Teil des Problems, vielmehr Teil von Lösungen angesichts zahlreicher Konflikte sei. Der Heilige Stuhl nehme den Dialog mit der Al-Azhar-Universität in Kairo wieder auf und sei auch darüber hinaus in zahlreichen Dialogprozessen engagiert. Der Schlüssel für ein wechselseitiges Verständnis und den damit verbundenen Respekt, sei Bildung.

Der Leiter des Centre for Child Protection und Akademischer Vizerektor der Päpstlichen Universität Gregoriana, P. Professor Hans Zollner SJ, erläuterte dem Bundesminister die internationale Arbeit seines Zentrums. Es wurde nach den Gesprächen des Runden Tisches zum Thema sexuelle Gewalt gegenüber Kindern im Jahre 2012 gegründet. Der Runde Tisch war eine Initiative der damaligen Bundesregierung.

Bundesgesundheitsminister Gröhe und Pater Prof. Zollner SJ Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)