Christoph Markschies – Ehrendoktor am Augustinianum

Prof. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)

500 Jahre sind vergangen, seit mit Martin Luther – ungewollt und ungeplant – die evangelischen Kirchen entstanden sind. Ein führender Vertreter dieser Kirche, als theologischer Denker, als Prediger, als Vorsteher im Gottesdienst und als Mitglied in vielen Gremien und Ausschüssen, wurde Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies von der Humboldt Universität Berlin am 10.2.2017 in einem feierlichen akademischen Festakt der Ehrendoktor für patristische Theologie der Lateranuniversität (Augustinianum) verliehen. Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen stellte in seinem Grußwort die Bedeutung der Theologie heraus. ‚Zurück zu den Quellen!‘ war das Motto im Vor- und Umfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils. Die Heilige Schrift und die Zeugen der frühen Kirche wurden wiederentdeckt oder sogar neu entdeckt. In unseren Tagen ist einer der wichtigsten Repräsentanten der Erforschung der frühen Kirche Christoph Markschies. Die ökumenische Bedeutung dieses Ehrendoktors machte der Generalprior des Augustinerordens in seinem Grußwort deutlich. Nicht unterschlagen werden soll, dass im Vorfeld dieser Verleihung des Dr. h.c. ein ‚nihil obstat‘, also eine Art ‚päpstliche Unbedenklichkeitserklärung‘ eingeholt werden muss. Auch dies ist ein Zeichen für die große Annäherung der beiden Kirchen in den vergangenen Jahrzehnten: ein evangelischer Gelehrter bekommt von der päpstlichen Universität die Lehrberechtigung. Der Geehrte machte deshalb auch in seiner ‚lectio magistralis‘ deutlich, wie sehr der ‚Reformator‘ Martin Luther der Augustinermönch blieb. Wie sehr er von der Lehre des Namensgebers seines Ordens, des Kirchenvaters Augustinus geprägt war. Wie sehr seine Frömmigkeit als Augustinerbettelmönch bis ans Sterbebett nachwirkte. Wie stark der Gedanke der ‚Reformation der Kirche durch den Heiligen Geist‘ im 16. Jahrhundert verbreitet war und wie sehr sich Martin Luther als Zeigefinger verstand, auf diese göttliche Reformation hinzuweisen. Ein besonderer ökumenischer Akzent bei der Feier war die Anwesenheit (neben den schon genannten) von Kardinal Raffaele Farina, dem ehemaligen Bibliothekar und Archivleiter der ‚Santa Romana Chiesa‘, dem Rektor der Lateranuniversität, Bischof Enrico Dal Covolo SDB und dem Präsidenten des Augustinianums, P. Giuseppe Caruso OSA. Ebenso war die musikalische Umrahmung ganz aus dem Geist der Ökumene geprägt. Das Ensemble Seicentonovecento musizierte Kompositionen von Ludwig Senfl, dem (katholischen) Lieblingskomponisten Martin Luthers.

Die Preisverleihung an Prof. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)